Hürde zu hoch in Dresden

Dezimierte Munich Cowboys mussten am Samstag vor 4464 Zuschauern beim Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft im Auswärtsspiel gegen die Dresden Monarchs im Heinz-Steyer-Stadion eine 14:61-Niederlage hinnehmen. Dabei waren die Sachsen nicht nur haushoher Favorit, sondern profitierten außerdem vom Verletzungspech der Münchener, die neben ihrem US-Receiver Gabriel Boccella auch auf ihren etatmäßigen Quarterback Nick Semptimphelter verletzungsbedingt verzichten mussten.

Zu Beginn legten die Hausherren los wie die Feuerwehr. Nach zweieinhalb Minuten passte Monarchs Quarterback Rocky Lombardi von der 10-Yards-Linie der Munich Cowboys präzise nach rechts auf den Finnen Janne Särkelä und der markierte die 7:0-Führung (PAT Florian Finke) für Dresden. Eine Minute vor Ende des Viertels waren die Monarchs erneut in der Redzone der Cowboys. Dieses Mal fand Lombardi den in der Mitte freistehenden Ethan Santo und der erhöhte auf 14:0 (PAT Florian Finke). Dies sollte noch nicht alles sein im ersten Abschnitt. 30 Sekunden später kämpften sich die Monarchs bis zur 7-Yards-Linie der Münchener. Wieder bediente Lombardi Janne Särkelä und der stellte fangsicher auf 21:0 (PAT Florian Finke).

Im zweiten Quarter zeigte sich das gleiche Bild. Dresden dominierte das Spiel. Die Munich Cowboys Offense um die Quarterbacks Valentin Sillem und Tobias Kanther musste sich zunächst finden. Nach drei Minuten im Viertel waren die Hausherren an der 44-Yards-Linie der Munich Cowboys erneut im Angriff. Nachdem Quarterback Lombardi keine Anspielstation fand, nahm er selbst die Beine in die Hand und spurtete mit dem Ball bis in die Endzone der Münchener zum Zwischenstand von 28:0 (PAT Florian Finke). Eine Minute später befand sich der Munich Cowboys Angriff kurz vor der eigenen Endzone. Der Pass von Tobias Kanther wurde von einem Monarchs Spieler abgelenkt, so dass ihn Logan Mobelini aufnehmen und zum 35:0 (PAT Florian Finke) in die Endzone der Cowboys tragen konnte. Dreieinhalb Minuten vor der Pause passte der mittlerweile auf der Monarchs Spielmacherposition eingesetzte Casey Thompson tief über 34 Yards auf Michael Breuler und der fing zum zwischenzeitlichen 41:0. Dieses Duo sollte zwei Minuten später nochmals zuschlagen. Thompson passte über 12 Yards auf Michael Breuler zum 48:0 (PAT Florian Finke). Eine Minute vor der Pause war es Dresdens Running Back Tofunmi Lala, der sich mit seinem kurzen Lauf inklusive Sprung in die Endzone auf das Scoreboard brachte. Florian Finke verwandelte den PAT. Den Schlusspunkt des zweiten Viertels setzten aber die Munich Cowboys. Valentin Sillem passte über 25 Yards auf Magnus Christmann und der erzielte die ersten Punkte für München (PAT Maximilian Mittasch). Mit 7:55 aus Sicht der Munich Cowboys ging es dann in die Pause.

Nach der Halbzeitpause konnten die Munich Cowboys etwas mehr gegenhalten. So kamen die Dresden Monarchs nur zu einem 43-Yards-Field Goal von Florian Finke zum 58:7 Mitte des Quarters. Die Moral der Munich Cowboys war weiterhin nicht gebrochen. Vor allem die Defense hatte weiterhin viel zu tun, während der Angriff weiter nach Möglichkeiten suchte.

Das Schlussviertel sollte nochmals Punkte bringen. Zunächst war es wieder Dresdens Florian Finke, der mit einem 39-Yards-Field Goal auf 61:7 für die Monarchs stellte. Den Schlusspunkt setzten dann die Munich Cowboys etwa zwei Minuten vor dem Ende. Valentin Sillem übergab den Ball an der 49-Yards-Linie der Monarchs an Running Back Emre Gökce und der legte einen sehenswerten Lauf zum 14:61-Endstand (PAT Maximilian Mittasch) hin.

Die Dresden Monarchs wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Der Sieg ist auch in der Höhe absolut verdient. Für die Munich Cowboys geht damit eine Saison 2026 zu Ende, die vor allem durch verletzungsbedingte Rückschläge geprägt war. Dennoch hat die Mannschaft von Head Coach Christos Lambropoulos das Beste aus der vorliegenden Situation gemacht und die Playoffs erreicht. Im Spiel in Dresden hat sich das Team nie aufgegeben, auch wenn die Situation aussichtslos schien. Auf diesem Teamgeist werden die Munich Cowboys aufbauen und 2027 stärker zurückkommen.