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American Football - ein Sport der Gegensätze. Spektakuläre Aktionen auf dem Spielfeld wechseln mit Unterbrechungen ab, in denen die Mannschaften ihre Taktik besprechen. Die Ruhe vor dem Sturm. Einige Spieler sind groß und stark, andere schnell und und schmächtig. Brutale Kraft ist genauso oft erforderlich wie Intelligenz, Flexibilität und Geschicklichkeit. Football kombiniert sämtliche Eigenschaften anderer populärer Sportarten: Action, Athletik, Spannung. Dazu kommt die intellektuelle Herausforderung eines Schachspiels. Doch in erster Linie bedeutet American Football FUN. Wir haben die wichtigsten Begriffe und Regeln übersichtlich und leicht verständlich zusammengestellt.

Manchmal kann man es gar nicht glauben, warum ein Spieler den Ball nicht unter Kontrolle bringt oder einen Paß nicht erreicht? Wenn man sich aber vorstellt, daß ein Spieler je nach Position bis zu 10 Kilogramm Ausrüstung "mitschleppt", kann man eher verstehen, warum er einen scheinbar einfachen Ball nicht kontrollieren konnte.

Spielidee:

Jede Mannschaft besteht aus 11 Spielern. Das Team, das gerade in Ballbesitz ist, wird Offense genannt. Die Spieler des Offense-Teams versuchen mit dem Ball in die gegnerische Endzone einzudringen - entweder indem sie den Ball werfen und fangen oder mit ihm laufen. Die andere Mannschaft, Defense genannt, versucht die angreifende Mannschaft zu stoppen und selbst in Ballbesitz zu kommen. Gelingt es der Offense zu punkten, wechselt der Ballbesitz und die Rollen von Angreifern und Verteidigern werden getauscht.

Spielfeld:

Ein requläres Spielfeld ist 120 Yards (109.72 m) lang. Dabei beträgt die Entfernung von Tor- zu Torlinie 100 Yards, hinzu kommen die beiden Endzonen mit jeweils 10 Yards. Die Spielfläche besteht je nach Stadion aus Gras oder Kunstrasen. Für alle Beläge sind Spezialschuhe erforderlich.

Spielzeit:

Das Spiel ist in den USA in vier Abschnitte (Quarters) von jeweils 15 Minuten unterteilt. In Europa spielt man vier Viertel á 12 Minuten. Das erste und zweite bilden die erste Halbzeit, das dritte und vierte die zweite Halbzeit. Zwischen den zwei Halbzeiten gibt es eine 15-minütige Unterbrechung (Halftime). Beide Halbzeiten beginnen mit einem Kickoff, wobei vor dem Spiel per Münzwurf (Coin Toss) entschieden wird, welches Team den Kickoff ausführt und in welche Richtung gespielt wird. Zwischen den einzelnen Quarters liegen Pausen von zwei Minuten, in denen die Mannschaften auf dem Spielfeld bleiben (Seitenwechsel). Steht das Spiel nach Ablauf der regulären Spielzeit unentschieden, wird bei Playoff-Spielen eine Verlängerung ausgespielt, bis ein Sieger gefunden ist.

Kicks:

Kickoff: Zu Beginn jeder Halbzeit und nach jedem Punktgewinn wird der Ball von der 35-Yard-Line (nach einem Safety von der 20-Yard-Line) zum Gegner geschossen.Punt: Der Ball wird in Richtung des anderen Teams geschossen. Punts werdenbei aussichtslosen Fourth Down-Situationen genutzt, um die Ausgangslage für den Gegner zu verschlechtern. Extra Point und Field Goal: Der Ball wird vom Kicker durch die Torpfosten geschossen. Bei Extra Points wird der Ball von der 2-Yard-Line gespielt, Field Goals können aus jeder Distanz geschossen werden.

Yards und Downs:

Das Maß aller Dinge beim Football ist der Yard (91,44 cm). Die angreifende Mannschaft versucht den Ball vorwärts zu treiben, Yards zu machen. Sie hat vier Versuche (First, Second, Third and Fourth Down), den Ball mindestens zehn Yards in Richtung der gegnerischen Endzone zu spielen. Gelingt dies, bekommt das angreifende Team erneut einen First Down und damit weitere vier Versuche. Gelingt es nicht, die nötigen zehn Yards oder eine Wertung zu erzielen, wechselt der Ball wieder zum gegnerischen Team.

Meterketten und Versuchsanzeiger (Chain und Downmarker):

Die Chain zeigt an, wo der First Down war und wie weit die 10 Yards von dem Punkt entfernt sind. Der Downmarker zeigt an, wo sich der Ball befindet, außerdem gibt er an, bei welchem Down die Offense gerade ist.

So wird der Ball gespielt:

Run:

Technisch gesehen kann jeder Spieler mit dem Ball in Richtung Endzone laufen. Im Spiel wird diese Aufgabe meistens von den Running Backs übernommen. Grundsätzlich unterscheidet man beim Laufspiel zwischen Dive und Sweep. Beim Dive wird durch die Mitte, beim Sweep über außen gespielt.

Forward Pass:

Der Quarterback ist darauf spezialisiert, Pässe nach vorn zu werfen (nur hinter der Line of Scrimmage) - obwohl theoretisch auch andere Offense-Spieler werfen dürfen. Pässe fangen dürfen dagegen nur bestimmte Offense-Spieler: Wide Receiver, Running Backs, Tight Ends und Quarterbacks.

Lateral Pass:

Der Spieler, der den Ball trägt, kann ihn zu einem Mitspieler abgeben durch einen seitlichen Rückwärtspaß.

Interception:

Jeder defensive Spieler kann einen Paß abfangen und dann mit dem Ball laufen.

Fumble:

Jeder Spieler darf einen fallengelassenen Ball aufnehmen und bewegen, bzw. sichern

.

Kick Return:

Das Receiving Team, d.h. die Mannschaft in deren Richtung der Ball geschossen wird, versucht den Ball soweit wie möglich in Richtung gegnerische Endzone zurückzutragen.

Blocked Punt oder Fieldgoal:

Wenn die Defense einen Punt oder ein Field Goal abblockt, kann sie den Ball behalten und einen Gegenangriff einleiten.

Penalty:

Raumgewinne, Downs usw. können einer Mannschaft durch Penalty-Entscheidungen (Strafen für Fouls) der Officials (Schiedsrichter) entweder zu- oder aberkannt werden.

Wertungen:

Touchdown:

Ein Touchdown ist die größte mögliche Einzelwertung beim Football. Ein Touchdown bringt sechs Punkte und die Möglichkeit zu einem Extrapunkt oder einer Conversion für das erfolgreiche Team. Um einen Touchdown zu erzielen muß der Ball entweder in die gegnerische Endzone getragen oder dort gefangen werden. Andere, aber seltenere Möglichkeiten zu einem Touchdown bestehen darin, den Ball nach einer Interception, einem Fumble oder durch einen Kick-Return in der gegnerischen Endzone zu plazieren.

Extrapunkt:

Der mögliche Extrapunkt nach dem Touchdown wird der "Point after Touchdown" (PAT) genannt. Um diese Wertung zu erzielen, muß der Ball nach dem Snap von der 2-Yard-Line zwischen den Uprights (Torpfosten) hindurchgeschossen werden, normalerweise durch den darauf spezialisierten Place-Kicker.

Conversion:

Die mögliche Conversion nach einem Touchdown ist ein weiterer Spielzug, der ebenfalls von der 2-Yard-Line ausgeführt wird. Gelingt es den Angreifern nochmals in die gegnerische Endzone einzudringen, so erhalten sie hierfür zwei Punkte.

Field Goal:

Tore, die aus dem Spielfeld heraus erzielt werden, bringen drei Punkte und können knappe Spiele in den letzten Sekunden entscheiden. Field Goals können von jeder Stelle des Feldes aus geschossen werden. Im Normalfall wird allerdings versucht, ein Field Goal beim Fourth Down und aus einer Torentfernung von weniger als 50 Yards zu erzielen.

Safety:

Der seltene Safety ist zwei Punkte wert. Die häufigste Art einen Safety zu erzielen, besteht darin, den Spieler der gegnerischen Offense, der den Ball trägt, hinter dessen eigener Torlinie zu stoppen bzw. zu Fall zu bringen.

Officials:

Bei den Spielen wird ein Team von in Deutschland 5 Officials (Schiedsrichter) eingesetzt, um die Einhaltung der Regeln zu überwachen und gegebenenfalls mit Penalties (Strafen) einzugreifen. Äußerlich zu erkennen sind die Officials an ihren schwarz-weißen Uniformen. Der Hauptschiedsrichter (weiße Mütze) hat oberste Autorität bei allen Entscheidungen. Die anderen Officials werden nach dem Abschnitt benannt, für den sie zuständig sind: Umpire, Head Linesman, Line-, Back-, Side- und Field Judge. Penalties werden durch Werfen eines gelben "Penalty Markers" (Flagge) angezeigt.

Quarterback:

Der Spielmacher! Der Quarterback wirft die Pässe, teilt den anderen Spielern ihre Angriffsaufgaben zu, setzt die Taktik um. Zu Beginn jeden offensiven Spielzuges steht der Quarterback hinter der Reihe seiner Mitspieler. Auf ein Codewort wird der Ball vom Center blitzschnell an den Quarterback weitergegeben. Der hat dann im wesentlichen drei Aufgaben: (1) Er gibt den Ball an einen Running Back, (2) wirft einen Paß zu einem Receiver, (3) oder er läuft selber.

Running Back:

Allround-Angriffsspieler. Hauptaufgabe: mit dem Ball soweit wie möglich in Richtung gegnerische Endzone zu laufen. Running Backs werden nach ihren Aufgaben und der körperlichen Statur in Halfbacks und Fullbacks unterteilt. Die kräftig gebauten Fullbacks gehen meist durch die Mitte, transportieren den Ball über kurze Entfernungen. Die wendigen Halfbacks gehen über die Flügel, sorgen für großen Raumgewinn.

Wide Receiver:

Die schnellsten Sprinter ihrer Offense. Wide Receiver sind darauf spezialisiert, Pässe zu fangen - wenn nötig auch im vollen Lauf. Sobald ein offensiver Spielzug eingeleitet wird, bewegen sich die Wide Receiver nach vorher festgelegten Spielzügen (Pass Routes) so schnell wie möglich in einem bestimmten Spielfeldabschnitt, wo sie vom Quarterback angespielt werden können.

Tight End:

Eine Kombination aus Lineman und Receiver. Der Tight End muß schnell sein, Pässe fangen können und gleichzeitig robust genug sein, um Defensive Linemen und Linebacker abblocken zu können. Die Seite der Ofensive Line, in der ein Tight End steht, nennt man Strong Side, hier laufen normalerweise die Angriffe.

Tackles:

Die stärksten und schwersten Spieler ihrer Mannschaft. Sie schirmen die Spieler ihres Teams ab, die gerade den Ball spielen. Die Tackles müssen Löcher in die gegnerische Abwehr reißen, durch die ihre Running Backs stoßen.

Guards:

Guards haben ähnliche Aufgaben wie die Tackles, müssen aber beweglicher sein. Vor allem bei Angriffen über die Flügel, wenn die Guards ihre Running Backs downfield führen und gegen gegnerische Attacken abschirmen.

Center:

Der Mann, der zu Beginn jeden Spielzuges den Ball auf ein Codewort weitergibt (Snap). Der Center reicht den Ball durch die Beine nach hinten meist zu seinem Quarterback. Nach dem Snap muß der Center den anstürmenden Lineman blocken. Von seinem Blocking hängt oft der Erfolg des ganzen Spielzuges ab.

Kicker:

Der Spezialist, der auf's Feld kommt, wenn's eng wird. Die meisten Mannschaften ha-ben 2 Kicker: Punter (schießt den Ball aus der Luft) und Placekicker (schießt den Ball vom Boden). Der Punter kommt bei aussichtslosen Fourth Downs ins Spiel, um den Ball möglichst weit in die gegnerische Endzone zu schießen. Placekicker führen Kickoffs, Extrapunkte nach Touchdowns und Field Goals aus.

Defensive Tackles:

Die Abwehr-Riesen im Zentrum der Defense Line. Die Defensive Tackles machen die Räume eng, um die gegnerischen Running Backs abzublocken. Sie attackieren außerdem den Quarterback: um ihn zu Fall zu bringen oder zu einem Fehlpaß zu zwingen.

Defensive Ends:

Besetzen die kritischen Positionen in der Defense Line. Die Defensive Ends spielen meist direkt gegen die Offensive Tackles des Gegners. Sie sollen den balltragenden Spieler daran hindern, Yards zu machen. Sie arbeiten oft im Tandem, versuchen die Running Backs in die Mitte zu drängen, wo die Linebacker sie stoppen können.

Linebacker:

Die vielseitigsten Abwehrspieler. Linebacker müssen schnell, athletisch und taktisch variabel sein. Sie decken entweder einzelne Spieler oder verteidigen bestimmte Zonen.

Cornerbacks:

Kombinieren Geschwindigkeit und Kraft. Mit ihrer Schnelligkeit müssen sie einen Wide Receiver abfangen und mit ihrer Kraft einen Running Back in vollem Lauf stoppen. Cornerbacks verteidigen eine Spielzone oder gegen einen bestimmten Receiver.

Safeties:

Zuständig für die Verteidigung von langen Spielzügen. Bei langen Pässen ist der Safety der einzige Spieler zwischen dem gegnerischen Receiver und der eigenen Endzone. Auch bei langen Läufen der Running Backs sind sie oft die letzte Notbremse.

Kick Returner:

Fängt den Ball nach einem Punt oder Kickoff und versucht, ihn so weit wie möglich Richtung gegnerische Endzone zu tragen. Kick Returner müssen schnell und fangsicher sein und reichlich einstecken können. Denn während sie versuchen, den Ball im Laufen zu fangen, werden sie gleichzeitig von den Gegnern gejagt.

Special Teams:

Neben der Offense und Defense hat jede Mannschaft noch elf Mann starke Special Teams, die bei Kick Offs, Punts, Field Goals und Extra Points in Aktion treten.

Das Spielfeld:

Ein vorschriftsmäßiges Spielfeld ist 120 Yards lang (1 Yard = 0,914 m). Das eigentliche Spielfeld - zwischen den Goallines gemessen - ist 100 Yards lang. Die an beiden Enden des Spielfelds befindlichen Endzonen sind jeweils 10 Yards lang. Das Spielfeld ist 53 Yards breit.

Yard Linien:

Das Spielfeld ist alle 5 bzw. 10 Yards zwischen den Goallines markiert. Die Yard-Linien sind, anfangs mit der 10 Yard-Linie, alle 10 Yards bis zur 50 Yard-Linie markiert. Ein Pfeil zeigt die jeweilige Entfernungsrichtung an.

Endzone

Die Endzone ist zur Spielfeldseite durch die Goalline, zur Außenseite durch die Endline begrenzt. In sie muß der Ball getragen oder gepaßt werden, um einen Touchdown zu erzielen.

Hashmarks

An diesen Markierungen positioniert der Schiedsrichter nach einem Spielzug den Ball, wenn der Ball ins Seiten-Aus ging.