| We did it again |
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Das kalte Nass für die Jugendtrainer kam gleich nach dem Abpfiff und dem Händeschütteln mit dem Gegner. Gerade hatten die Munich Cowboys Juniors mit einem 16:15-Herzschlagsieg gegen Wildcats/Crusaders den bayerischen Meistertitel geholt. Bei Temperaturen über 30 Grad stülpten sie ihrem Head Coach Hesham Khalifa einen großen roten Wasserbottich über den Kopf. Dann war Defense Coach Norman Harden an der Reihe. Offense Coach Sebastian Beer floh noch bis unter die große Anzeigentafel im Dantestadion. Doch als er auf das Feld zurückkehrte, gab’s auch für „Coach Bastian“ eine Gratis-Dusche. Aus den Lautsprechern dröhnte es We are the Champions. Und im aufkommenden Applaus streiften sich die Munich Cowboys Juniors frisch gedruckte T-Shirts über. Darauf stand geschrieben, was die Freude über das Erreichte wohl am besten ausdrückt: We did it again.
Die Zuschauer im Dantestadion bejubelten den insgesamt neunten bayerischen Meistertitel der Cowboys-Jugendabteilung seit 1995. Es ist zugleich der fünfte seit der Rückkehr von Hesham Khalifa im Jahr 2000. Präsidentin Ulrike Hollmann dankte dem Trainerstab „für eine hervorragende Arbeit“. Der musste in dieser Saison 16 Spieler, die seit vorigem Herbst für die Seniors spielberechtigt sind, ersetzen. Es habe „viele neue Gesichter“ bei den Jugendlichen gegeben, sagte die Cowboys-Präsidentin, daher sei sie über den bayerischen Meistertitel „einfach nur stolz“. Der entscheidende Sieg gelang im letzten Saisonspiel. Mit der Spielgemeinschaft Wildcats/Crusaders kam der in diesem Jahr größte Titelkonkurrent ins Dantestadion. Allerdings hatten die Cowboys Juniors das Hinspiel deutlich, mit 40:6, gewonnen, hatten sich also einen komfortablen Vorsprung herausgearbeitet. Zu komfortabel, wie Hesham Khalifa meinte, denn im Rückspiel taten sich die Cowboys Juniors zunächst schwerer als erwartet. Die Wildcats/ Crusaders hatten zwei verletzten Spieler aus dem Hinspiel wieder fit bekommen, waren zudem mit allen Junioren-National- und Auswahlspielern nach München gereist. So begann das Match mit einem Dauereinsatz der Cowboys-Defense, die das 0:0 im ersten Viertel noch halten konnte. Doch dann punkteten die Wildcats/Crusaders: Noch vor der Halbzeitpause lagen die Münchner Nachwuchs-Footballer mit 0:7 hinten. Was zu harten Worten des Head Coaches führte: „Ich will ehrenvoll den Titel holen“, sagte der in der Pause und betonte das Wort „ehrenvoll“ ganz besonders. Quarterback Jerome Morris nahm es sich in der zweiten Halbzeit zu Herzen, schüttelte bei einem Lauf über 28 Yards alle Gegner ab – und erzielte das 6:7. Zwei Zusatzpunkte zur 8:7-Führung besorgte der Spieler mit der Nummer 36, Adjamgba Ayite. Doch die Spielgemeinschaft aus Kirchdorf und Burghausen schlug zurück, ging durch Touchdown und Safety mit 15:8 in Führung. Erst zwei Minuten vor Schluss drehten die Cowboys Juniors das Match noch einmal: Runningback Oliver Schober lief von der 22-Yard-Linie in die Endzone, zum 14:15. Und die Cowboys Juniors setzten noch eins drauf: Erneut war es Adjamgba Ayite, der vielumjubelt zwei Zusatzpunkte machte. Es waren die entscheidenden, zum 16:15. „Alles eine Sache der mentalen Stärke“, meinte Alex Schorer, der als Offense Guard oder Defense Tackle bei den Cowboys Juniors zum Einsatz kommt: „In der zweiten Halbzeit haben wir Full Power gespielt“. Warum aber wurde die erste Halbzeit verschlafen? „Kirchdorf/ Burghausen hat die Räume sehr eng gemacht“, erklärte Offense Coach Sebastian Beer die vorübergehende Schwäche: „Darum haben wir uns diesmal schwerer getan als gegen andere Mannschaften.“ Das Spiel war derart nervenaufreibend, dass sich bei Hesham Khalifa die Anspannung erst eine halbe Stunde nach dem Abpfiff löste: „Ich war wütend über ein paar Aktionen des Defense Backfields, die nicht gut für das Team waren“, sagte Khalifa. Doch seine Anspannung schlug bald in Freude um, als ihm klar wurde: „Wir sind jetzt wieder das beste Team in Bayern.“ Mehr noch: In den meisten Spielen haben die Cowboys Juniors ihre Gegner schlicht überrannt. 62:6, 56:0, 40:6 – Ergebnisse, die belegen, wie sehr die Cowboys Juniors ihre Gegner dominierten. Und die ein früher viel diskutiertes Thema zurückbringen: Die mögliche Meldung des Kaders zur GFL Juniors. Dazu müsste zunächst ein Konzept ausgearbeitet werden. Eine Bundesliga-Teilnahme würde einerseits viel Geld kosten, die Jugendlichen andererseits aber noch besser auf die Anforderungen in der German Football League der Männer vorbereiten. „Das wäre schon eine Herausforderung für die Jungs“, meint Norman Harden. „Übrigens auch für uns Coaches.“ Hesham Khalifa sagt: „Das ist eine Management-Entscheidung. Sportlich gesehen hätten wir es drauf, in der Bundesliga zu spielen.“ |






















