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Nächstes Spiel
02.06.2012
Munich Cowboys : Wiesbaden Phantoms
 
Kickoff: 16:00
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Beste Bayerische Meisterschaft aller Zeiten
Die Cheerleader der Munich Cowboys sind ein erfolgsverwöhntes Team. Sie trainieren bis zu vier Mal pro Woche und konnten schon zahlreiche Meistertitel sammeln. Doch die 15. Bayerische Meisterschaft in der Bamberger Arena wird den Münchnerinnen in besonders guter Erinnerung bleiben: Drei von vier gestarteten Squads der Munich Cowboys schafften Platz eins. „Traumhaft“, meinte Christian „Texas“ Leischnig vom Fanclub Wildcheers: „Es war die beste Bayerische Meisterschaft aller Zeiten“. Den Ausschlag dafür gaben die Cheerleader Juniors, die nach vier Vizemeisterschaften hinter Blue Flash Thunder (in den Jahren 2002 bis 2005) endlich den ersehnten Titel holten. Jubel aber auch beim Group Stunt Team, das nach dem deutschen Meistertitel im Frühjahr nun auch den bayerischen gewann. Als klarer Favorit in Bamberg galt das Frauen-Team der Cowboys: Und auch sie behielten die Nerven, gewannen ihren zwölften bayerischen Meistertitel in Folge. Fast sechs Stunden lang verfolgten 2000 Fans aus allen Ecken des Freistaats den Wettstreit der Cheerleader – eine Mischung aus Hochleistungs-Akrobatik, Tanz, Sprechgesang und Show. Doch als der Jubel der Siegerehrungen verklungen war,  warteten, es war kurz vor 22 Uhr, im Dunkel vor der Arena die abfahrbereiten Busse. Während sich die Cheerleader der Munich Cowboys mit einer Flasche Sekt selbst feierten und sangen „So sehen Sieger aus“, schnappte sich ihre Team-Managerin Denise Lautenschlager ein Handy und rief in einem Münchner Krankenhaus an.

Dort liegen zwei 13-jährige Cheerleader-Mädchen von den Cowboys Juniors, die vor ein paar Tagen von einem Auto angefahren worden sind und schwer verletzt wurden. „Es geht ihnen aber schon wieder besser“, meint Denise Lautenschlager. „Weißt Du schon wann Du raus kommst?“, fragte sie eines der Mädchen am anderen Ende der Leitung. Für die Mädchen war das eine wichtige Aufmunterung: Das ganze Jahr über haben sie für die Bayerische Meisterschaft trainiert. Und konnten doch nicht dabei sein. Da war es für die Team-Managerin der Cowboys Cheerleader eine Selbstverständlichkeit, wenigstens die Ergebnisse der Meisterschaft durchzugeben.

Die Zweifel der Cowboys-Crew, ob es für die Cheerleader Juniors nach dem Autounfall und dem Ausfall der beiden Mädchen zu Platz eins reichen würde, waren groß. Doch dann begeisterten die Juniors bei ihrem Auftritt mit „sehr sauberen Motions“, mit Armbewegungen voll Stärke und Spannung, wie eine Zuschauerin sagte. Vor drei großen, schwarzgelben Cowboys-Fahnen präsentierten die Cheerleader Juniors eine überzeugende Routine, die fünf Liberty Stretches, einen Stretch Lib Tower und fünf Basket Pikes umfasste. Ein Drop und ein paar Wackler wogen nicht so schwer, weil auch die Konkurrenz von Blue Flash Thunder nicht fehlerfrei blieb und mit 98,4 Punkten deutlich hinter den Cowboys (106,5) landete. Dennoch müssen die Cheerleader Juniors der Munich Cowboys noch und die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft am 17. März 2007 in Hamburg bangen, da sich überraschenderweise allein acht (!) Teams aus Niedersachsen in den Top Ten platzieren konnten.

Das Pee-Wee-Team der Cowboys Cheerleader stand in diesem Jahr vor einem Neuaufbau, da mehrere Mädchen zu den Juniors wechselten. Zur Musik aus dem Kinostreifen „The Flintstones“ und Elementen wie Elevator, High Split, Extension und Liberty zeigten die jüngsten Cheerleader der Munich Cowboys dennoch einen gelungenen Auftritt. Mit 51,8 Punkten landeten sie unter zehn Pee-Wee-Teams auf dem sechsten Platz. „Das war um Klassen besser als noch bei der Generalprobe“, meinte ein mitgereister Cowboys-Fan. Platz eins ging in dieser Kategorie an Burghausen Magic Pee Wees (112,5 Punkte).

Alle Cowboys-Team erhielten in Bamberg großen Applaus. Selbstverständlich auch das Group Stunt Team, das die Fans in der Arena mit Elementen wie Rewind, Layout, Triple Full und Tic Toc Stretch begeisterte. Der aktuelle  Deutsche Meister lag mit 58,8 Punkten am Ende deutlich vor den Luciferettes vom American Sports Clubs Würzburg (46,4). „Schön war’s“, „sah toll aus“, kommentierten die beiden Bamberger Moderatoren die Leistung des Group Stunt Teams aus München. Mit der Bewertung dieser Bayerischen Meisterschaft liegt es auch bundesweit erneut gut im Rennen, nämlich derzeit auf Platz zwei.

Als am Ende der Meisterschaft die Frauen-Teams im Kampf um die beste Wertung auf die hellblauen Turnmatten gingen, überboten sich die Fanblocks der teilnehmenden Vereine auf der Haupttribüne mit frenetischem Beifall. So soll es sein – schließlich heißt „Cheerleading“ ja sinngemäß „das Publikum zum Beifall führen“. Je nach Vereinszugehörigkeit wurde die große Tribüne der Bamberger Arena abwechselnd in eine neue Farbe getaucht: Mal in Rot oder Gelb, mal in Grün, Blau oder Schwarz.

Ein Aufstöhnen gab es bei den Cowboys-Fans, als zu Beginn der Routine des Münchner Frauen-Teams eine Pyramide einstürzte. „Unglücklich“, wie Team-Managerin Denise Lautenschlager später meinte. „Das Team hat aber relativ gut umgeschaltet, hat den Fehler schnell vergessen.“

Einen einzigen Drop könne man sich schon mal leisten, sagte Lautenschlager und sollte mit dieser Einschätzung Recht behalten. Denn mindestens einen Drop leisteten sich auch die Konkurrenten. „Der Level der anderen Teams war niedriger als der Level der Cowboys“, urteilte eine sächsische Cheerleaderin. Was dazu führte, dass die Munich Cowboys am Ende auch in dieser Kategorie vorn lagen: Während der Zweitplatzierte Burghausen Magic Cheerleader auf 118,8 Zähler kam, sammelten die Cowboys Cheerleader 126,1 Punkte. Und das reicht in jedem Fall für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft am 24. März 2007 in Riesa.